
Bundeskanzler ist derzeit vermutlich kein Beruf, bei dem wegen des Bewerberandrangs zusätzliche Stühle in den Flur gestellt werden müssen. Wer Deutschland in den kommenden Jahren regiert, übernimmt jedenfalls keinen Wellnessbetrieb. Wirtschaft, Infrastruktur, Energie, Staatsfinanzen und Demografie liefern genügend Arbeit für mehrere Amtszeiten. Und über erstaunlich vielen Lösungsvorschlägen schwebt zuverlässig derselbe Satz: Dafür haben wir kein Geld.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, nicht sofort nach der nächsten Antwort zu suchen. Vielleicht brauchen wir zunächst eine bessere Frage. Eine einzige, sehr einfache Frage, deren richtige Antwort den Blick auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten unseres Landes grundlegend verändert.
Eine Frage, die ein Bundeskanzler beantworten können sollte.
Seine Wähler allerdings auch.
Wie hoch ist das Geldvermögen der Welt?
Bitte einen Moment nicht weiterlesen. Hundert Billionen? Fünfhundert Billionen? Eine Billiarde?
Die Antwort ist erfreulich übersichtlich:
Null.
Nicht ungefähr null. Nicht nach irgendeiner besonderen Wirtschaftstheorie null. Nicht links null und rechts etwas anderes. Einfach null.
Denn Geldvermögen können positiv oder negativ sein. Was für den einen eine finanzielle Forderung ist, ist für einen anderen eine Verbindlichkeit. Ein Mensch kann deshalb ein großes positives Geldvermögen besitzen, während ein anderer verschuldet ist. Dasselbe gilt für Unternehmen, Staaten und ganze Volkswirtschaften.
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